
Das Ziel jeder Streitschlichtung ist eine sachliche und gewaltfreie Lösung von Konflikten, bei der die Streitparteien eigenständig einen für alle Beteiligten annehmbaren Lösungsweg finden sollen. Dabei werden die Streitenden von Mediatoren (Streitschlichtern) unterstützt.
Erstmals im Schuljahr 2025/2026 haben sich 10 SchülerInnen aus den 3./4. Klassen in der Streitschlichter AG der Herausforderung gestellt und eine StreitschlichterInnen-Ausbildung absolviert. Seit dem Schuljahresbeginn haben sie jeden Dienstag in der 5. Stunde über Konflikte, Kommunikation und Lösungsmöglichkeiten gelernt, neues Wissen in Rollenspielen erprobt und sich untereinander ausgetauscht.
Momentan haben wir 10 StreitschlichterInnen aus den 3. und 4. Klassen, die in der 1. Pause auf den Schulhöfen unterwegs sind. Die Kinder arbeiten in Zweierteams und haben einen Dienst pro Woche, für die sie sich an einem Tag selbst eintragen.
Zu erkennen sind die Kinder an den grünen Westen mit der Aufschrift „Streitschlichter der Martinusschule Oberstadt“/ faires Miteinander.
Einmal in der Woche (5. St. Dienstag Streitschlichter- AG) treffen sich alle Streitschlichter zur Besprechung aktueller Fragen und zur Weiterbildung.

Für gleichaltrige Schüler, die vielleicht ein oder zwei Jahrgänge älter sind, sind viele Schulhof-Konflikte genauso – fast besser- nachvollziehbar, wie für Erwachsene und sie können, mit einer passenden Vorbildung, ebenso konstruktiv helfen Streitigkeiten zu klären. Dabei treten sie ausschließlich als Schlichter auf, ohne dass die Streitenden Konsequenzen für etwaige Regelverstöße (im normalen Rahmen) befürchten müssen.
Die Streitschlichtung an unserer Schule folgt also der Leitidee „Eigenständigkeit und Eigenverantwortung fördern“ und den Grundprinzipien der „Gewaltfreien Kommunikation“.
Die Aufgaben der Streitschlichter
➢ Die Streitschlichtung (Freiwilligkeit der Streitenden ist dabei immer erforderlich und wird zu Beginn abgefragt.)
➢ Hilfe für Kinder in einem „Täter-Opfer – Konflikt“ holen / Kinder zur Pausenaufsicht begleiten ➢ Bei kleineren Unfällen Kinder zur Pausenaufsicht / Sekretariat begleiten.
➢ Auskunft zur Orientierung auf dem Schulgelände oder zum Fußballplan geben („Wer ist dran?-Streit“ vorbeugen)
Ablauf der Streitschlichtung
Der Ablauf einer Streitschlichtung folgt einem Sechs-Stufen-Modell
Deeskalationsphase – Weg aus der „Wutspirale“
1. Die Streitenden werden angesprochen (sprechen ihrerseits die Schlichter an), Hilfe wird angeboten, Aufmerksamkeit wird auf die Schlichter gelenkt, Freiwilligkeit erfragt.
2. Gesprächsregeln werden geklärt – Hauptregel „Jeder darf erzählen, aber wir lassen uns ausreden.“
3. Sichtweisen der Streitenden werden erfragt, dem Gegenüber erklärt und zusammengefasst.
4. Hintergründe, Beziehungen und Gefühle werden erfragt und geklärt.
5. Lösungsvorschläge und Wünsche der Streitenden werden erfragt und besprochen.
6. Klärung des Streits – „Vertragen. Die Stufen eins bis drei und fünf bilden das Gerüst für eine „Kurze Schlichtung“.
